Grenzen
Grenzen sind ein allgegenwärtiges Thema, vor allem in der heutigen Zeit wo sich so mancher anmasst, dir sagen zu wollen wo DEINE Grenzen sind. Da haben wir es auch schon. Sind Grenzen individuell? Ich glaube schon. Für jeden sind andere Dinge privat. Letztens fragte mich mein Therapeut über was ich mit meinen Freundinnen nicht sprechen würde. Ich musste ganz schön lange überlegen.. Aber da fiel mir ein: In mitten meiner Reisevorbereitungen hatte ich Angst und mein Sicherheitsbedürfnis ging den Bach runter. Das fing schon vor ca. 3 Jahren an, aber als ich entschied den Job zu kündigen und eine 6 Wochen lange Reise in die USA zu unternehmen, alleine!. Darüber konnte ich mit keiner Freundin sprechen. Das mag sich jetzt seltsam anhören auch für mich als ich das hier schreibe, weil meine Freundinnen ganz sicher dafür Verständnis hätten. Es geht mehr darum, dass ich es nicht sagen konnte. und das nicht einmal, weil ich nicht gewollt hätte aber mir fiel es nicht ein. Vielleicht weil ich selber nicht zugeben wollte wie sehr es mich doch belastet. Ich konnte meiner Angst keine Grenzen setzen, sondern ich liess mir von ihr meinen kompletten Raum vereinnahmen. Ich wollte nicht zugeben, dass ich doch noch vor etwas Angst hatte nach all den Jahren voller innerer Kämpfe um nachher doch zu merken, dass die ganze Arbeit eigentlich gar nichts bedeutet, wenn man seine eigenen Grenzen gegen sich selber nicht wahren kann. Ich bin ja die Erwachsene und all meine BeGRENZungen, welche schlussendlich Ängste verursachen stammen aus früheren Erfahrungen.
Wie setzt man sich selber Grenzen gegen seine eigenen Attacken, Kämpfe, Flüche und vieles mehr, das man sich selber antut? Das frage ich mich bereits seit einiger Zeit. Zu einer Lösung bin ich noch nicht gekommen. aber vielleicht ist genau das mein Problem. Ich möchte immer aus noch einem Zyklus ausbrechen und dann aus einem weiteren. Weil ich so von meiner Heuchelei flüchten kann. Die ständige Selbstoptimierung gründet in einer weiteren Angst nämlich nicht gut genug zu sein. Dies führt zu Unzufriedenheit und das führt zu allen möglichen Leiden, unter anderem nicht Präsent sein zu können, Habgier, den Hals nicht voll zu kriegen.
Ich denke ich lerne momentan, mir bessere Grenzen gegenüber MIR selber zu setzen. Schlussendlich gibt es ja nur mich. Die gegenüberstehende oder von mir aus liegende Person ist nur eine Projektion meines Bewusstseins um mir etwas über mich beizubringen an das ich mich erinnern darf. Und wieso erschaffe ich dann immer wieder Menschen in mein Leben, welche mich verurteilen? Wahrscheinlich damit ich die Verantwortung für die Verwirklichung meiner Träume nicht selber übernehmen muss, sondern mich hinter Ausreden verstecken und frühere Erfahrungen vorschieben.
Was mich wieder zu meinem vorherigen Punkt bringt. Wieso sollte ich mich selber attackieren? und wo bleiben dort meine Grenzen? Vielleicht um mich bessern zu können um so vor meiner Heuchelei zu flüchten. Es ist alles eine riesige Illusion. Was ist nun die Illusion? Wenn ich mich ,,bessern'' kann, werde ich vielleicht irgendwann die Identität erreichen, welche ich vorheuchle zu sein? Werte die man predigt sollte man auch leben. Dies habe ich lange vermieden und auch jetzt noch fällt es mir schwer, immer alles positiv zu sehen und dem negativen wenig Raum zu lassen. Ich würde jetzt auch gerne sagen und das ist okay, aber ich selber finde es dann bei mir nicht okay, sondern verurteile mich dafür und identifiziere mich immer wieder mit meinen Gedanken. Vielleicht hält man häufig auch zu starke Grenzen aufrecht weil man genau davor Angst hat. Dass die anderen erkennen, dass man im inneren ein Heuchler ist. Ist schon eine harte Pille zum schlucken. Ich denke deshalb wollte ich auch meiner Freundin nichts von meinen Ängsten erzählen, weil ich sonst immer so tue als wäre ich die starke obwohl ich in Wahrheit eigentlich gar nicht so stark bin wie ich es gerne sein würde. Schritte überspringen. Dafür muss man wohl irgendwann geradestehen.
Was ich für mich heute herausgefunden habe ist, dass alles egal ist, es kommt darauf an, wie du dich entscheidest. Und es sind auch die kleinen Entscheidungen, welche augenscheinlich keinen Unterschied machen. In diesem Moment vielleicht nicht, jedoch wird die Entscheidung eine Kette von Ereignissen auslösen, welche uns in diesem Moment nicht bewusst sind. Ein kleiner Gedanke an das negative, eine kurze Abschweifung zurück in die Tagträumerei, NUR einmal wieder etwas geniessen was man früher so mochte, einem aber nicht gut tut. Was gibst du Raum? Wo setzt du dir selber Grenzen? Und in wie fern werden die Grenzen auch zu einem Problem?
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